Meine ersten Wochen in Irland

Nachdem ich mich zum Jahresbeginn für ein Auslandsjahr in Irland beworben hatte ging es am 30. August endlich los. Gemeinsam mit anderen Austauschschülern aus Dresden und Umgebung traf ich mich am Dresdner Flughafen, um von da aus über Frankfurt/Main nach Edinburgh zu fliegen. Nach über einem halben Jahr Vorbereitung war jetzt also der Moment gekommen, in dem ich mich für neun Monate von meiner Familie und engsten Freunden verabschieden musste. Ganz leicht war es nicht, aber die bevorstehenden Erlebnisse, Eindrücke und Chancen erleichterten es mir ungemein, den Blick nach vorn zu richten und nicht immer an zuhause und das, was man zurücklässt, zu denken. Vom Flughafen in Edinburgh ging es in ein sogenanntes „Arrival Camp", in dem wir nochmal über alle Regeln während des Jahres belehrt wurden, außerdem bot sich uns hier die Chance andere Austauschschüler kennenzulernen. Dann ging es für uns alle weiter zu unseren Gastfamilien. Für mich hieß das erneut fliegen, diesmal von Edinburgh nach Dublin. Dort angekommen, fuhr ich mit dem Bus einmal quer durch Irland und zwar nach Galway. In Galway traf ich endlich auf meine Gastmutter, nach ein paar Minuten war all die Anspannung verflogen, da ich mit offenen Armen empfangen wurde, zudem habe ich das große Glück eine belgische Gastschwester zu haben, mit der ich mich super verstehe. Über das Wochenende haben wir uns dann um die Schuluniform und anderen Besorgungen gekümmert. Natürlich musste man sich auch erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen und sich mit dem Gedanken anfreunden, von jetzt an immer Englisch zu sprechen. Das Durchzuhalten ist zugegebenermaßen nicht ganz leicht und es kommt häufig vor, dass man auf Deutsch antwortet und dann ganz geschockt angeschaut wird. Am Montag startetet dann die Schule. Zum Glück haben wir den Großteil schonmal im Unterricht gehabt, sodass das Verständnis kein allzu großes Problem ist. Viel wichtiger als der Unterricht ist es aber in den ersten Wochen Anschluss zu finden, dies sollte kein Problem sein, wenn man sich traut und alles an Aktivitäten mal ausprobiert. In Irland spielt Sport zum Beispiel eine unheimlich große Rolle und er verbindet die Menschen sehr stark. Deshalb kann es nie schaden, mal eine der traditionellen Sportarten auszuprobieren, zumal man diese Chance in Deutschland wohl eher nicht hätte. Bei all den Eindrücken, die man täglich sammelt, ist es natürlich verständlich, dass die Zeit wie im Flug vergeht, wenn das so ist, ist es eigentlich perfekt, denn dann weiß man, dass man sich gut eingelebt hat. Zum Abschluss kann ich nur noch einmal betonen, wie wichtig es ist, dass man an sich glaubt und sich bewusst ist, dass man es selber in der Hand hat, wie das Auslandsjahr verläuft und wie stark man davon profitiert.

Rückblick über meine beiden ersten Monate in Irland

Heute ist Freitag, es ist mein achter Freitag in Irland, was so viel bedeutet, wie das ich schon seit ganzen zwei Monaten hier bin. Um ehrlich zu sein, ist das echt beeindruckend, denn es fühlt sich nicht so an. Manchmal denke ich, dass ich doch erst gestern hierhergekommen bin und im gleichen Moment frage ich mich, warum mir alles so vertraut ist.

Über die Wochen hat sich eine Routine entwickelt, früh zeitig aufstehen (hust, hust hier fängt die Schule erst um neun Uhr an), Schuluniform anziehen und das Frühstück schnappen. Dann geht es bis 15.50 Uhr oder 15.10 Uhr in die Schule. An den Stundenplan habe ich mich langsam gewöhnt und das ständige Hin- und Herwechseln zwischen den Klassenräumen ist auch zur Normalität geworden. Komisch ist nur, dass wir nur 40 Minuten pro Stunde haben und deshalb nicht wirklich zu etwas kommen. Meistens sind daran natürlich die Schüler selbst schuld, die dürfen sich dann auch noch anhören, dass die Christmas-Exams kurz vor der Tür stehen und man ja mal langsam anfangen sollte zu lernen. Für mich kommt das so rüber, als würde hier tatsächlich mehr Leistungsdruck herrschen als in Deutschland. Alle Lehrer hingegen bestreiten das komplett und meinen, die Schüler müssten einfach mal besser aufpassen. Das ist denkbar schwer, wenn der ganze Unterricht daraus besteht, dass der Lehrer vor der Klasse sitzt und aus dem Buch vorliest. Da kann man schon mal froh sein, wenn man Aufgaben bekommt und die dann selbstständig lösen darf. Nach der Schule machen wir dann viel Sport. So gut wie alle hier betreiben eine Sportart und das natürlich bei jedem Wetter. Es kann regnen wie es will, trainiert werden muss. Für mich zeigt das, was für eine hohe Priorität Sport hier besitzt. Außerdem gehen wir zum Chor. Nach dem Üben am Samstag singen wir am Sonntag in der katholischen Messe mit. Das ist wirklich eine spannende Erfahrung. Am Donnerstag gehen wir zum Kunstunterricht, auch das ist unheimlich schön. Neben dem Zeichnen ist das Gemeinsam-am- Kamin-Sitzen hier am besten. Zudem bäckt unsere Lehrerin jede Woche Brot und wir vergöttern es einfach, denn das ist etwas, was die meisten Deutschen hier vermissen, ein ordentliches Brot vom Bäcker und nicht immer nur Toastbrot. Die Ernährung ist generell etwas ungesünder als beispielsweise in Deutschland, zu mindestens wird eindeutig mehr Fastfood konsumiert. Vielleicht um das zu verhindern oder gerade, weil es so lukrativ ist, gibt es in Irland sogar eine extra Steuer für Fastfood. Ansonsten machen wir am Nachmittag unsere Hausaufgaben, lesen oder treffen uns mit Freunden. Die meisten von unseren Freunden sind selber Austauschschüler, was den positiven Nebeneffekt hat, dass wir nicht nur die irische Kultur kennenlernen, sondern auch die aus den Herkunftsländern der anderen. Mir gefällt es sehr in einer so bunt gemischten Gruppe unterwegs zu sein, es ist ungemein bereichernd und auf jeden Fall sehr lehrreich. Generell lernen an unserer Schule unheimlich viele verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammen, was damit zusammenhängt, dass Irland ein typisches Einwanderungsland ist. Für viele ist Englisch also ebenfalls nicht die Muttersprache, das hat den Vorteil, dass ein großes Verständnis für Austauschschüler herrscht und man immer willkommen ist. Zu guter Letzt möchte ich noch etwas zur Verständigung sagen. Es wird täglich einfacher für mich Englisch zu reden, zu lesen, zu schreiben und zu denken. Es ist
beinahe schon zur Normalität geworden, was dafür sorgt, dass es unheimlich viel Spaß macht und ich gar nicht mehr aufhören möchte auf Englisch zu reden, zu lesen, zu schreiben oder zu denken.

Zusammengefasst habe ich mich also unheimlich gut eingelebt und bin sehr froh darüber diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich freue mich riesig auf die Zeit, die noch vor mir liegt, auch wenn sie mir jetzt schon als zu kurz vorkommt. Ich hoffe, dass werde noch viel mitnehmen werde und einige von euch dazu anrege, wenigstens einmal mit dem Gedanken über ein Auslandsjahr zu spielen.

Mid-term break - Meine ersten Ferien in Irland

Nachdem ich die ersten acht Wochen meines Auslandsjahres erfolgreich gemeistert habe, folgen jetzt, in der neunten Woche, meine ersten Ferien in Irland. Um ehrlich zu sein, wäre ich gern noch ein paar Wochen länger zur Schule gegangen, da ich mich zum jetzigen Zeitpunkt erst richtig an den Ablauf und die Leute da gewöhnt habe. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich mir zu Beginn der Ferien etwas verloren vorgekommen bin, ist halt doch etwas anders, als wenn man alles von zuhause gewöhnt ist und immer circa weiß, was man machen kann.

Über das Wochenende habe ich mich deshalb erst einmal ordentlich ausgeruht. Dabei konnte ich auch endlich das eine oder andere der zahlreichen Bücher beenden, die sich im Laufe der acht vorangegangenen Wochen in meinem Zimmer angesammelt haben. Das Lesen hilft mir sehr meine Sprachkenntnisse zu verbessern und mein allgemeines Verständnis zu erhöhen. Außerdem waren wir oftmals draußen, haben das wunderschöne Wetter genossen, einige Spaziergänge unternommen und Freunde getroffen. Am Sonntag stand nach dem allsonntäglichen Chor dann etwas besonders an, die Geburtstagsfeier einer Freundin! Wir haben uns also alle gemeinsam verabredet, zusammen Abendbrot gegessen und ziemlich lange gequatscht. Da wir eine bunt gemischte Gruppe aus Deutschen, Belgiern und einer Brasilianerin waren, haben wir hierbei viel über die Geburtstagstraditionen der unterschiedlichen Länder gelernt. Hierbei entdeckt man seine eigene Kultur auch nochmal auf eine ganz neue Art und Weise. Dinge, mit denen man aufgewachsen ist und die einem deshalb als das normalste auf der Welt vorkommen, stellen sich jetzt auf einmal aus etwas sehr Spezielles und Landestypisches heraus. Am nächsten Tag wurde ich von einer anderen Gastfamilie zum gemeinsamen Tee eingeladen. In meinen Augen ist das etwas typisch Irisches, was aber sehr viel Spaß macht und die Zeit unglaublich schnell vergehen lässt. An diesem Nachmittag war das Hauptthema natürlich das bevorstehende Halloweenfest. Auch das ist ein sehr großer Bestandteil der irischen Kultur, neu für mich war jedoch, dass Halloween ursprünglich aus Irland kommt. Gemeinsam mit unseren Klassenkameraden konnten wir dann am Dienstag Halloween feiern, das fand ich wunderschön, da es uns die Chance gab unsere Mitschüler auch mal außerhalb der Schule und dadurch wahrscheinlich auch näher kennenzulernen. Den Mittwoch habe ich dann in Galway verbracht. Dort habe ich mir die beiden bedeutendsten Kirchen angeschaut. Das ist zum einem die Kollegiatskirche des Heiligen Nikolaus, sie ist die größte noch ständig benutzte mittelalterliche Gemeindekirche in Irland und wurde 1320 erbaut. Man munkelt, dass Christopher Columbus hier im Jahre 1477 gehuldigt hat.  Zum anderen besuchte ich die Galwayer Cathedral, diese wurde 1965 erbaut und sieht deshalb sehr modern aus. Des Weiteren ist sie enorm imposant und wenn man Glück hat, kann man fantastischen Hochzeiten zusehen. Am Abend stieg dann die Spannung, denn für die nächsten vier Tagen hatten wir einen Ausflug nach Cork geplant. Glücklicherweise konnte uns am Morgen ein Gastvater nach Galway bringen, von wo aus wir dann drei Stunden mit dem Bus nach Cork fuhren. Hier angekommen, konnten wir uns bis zum Abend in der Stadt umsehen. Anschließend holten uns unsere Gastfamilien für die nächsten vier Tage ab, auch diesmal wurden wir herrlich willkommen geheißen. Freitag besuchten wir dann einen Wildlife Park in der Nähe von Cork. Dort konnte ich endlich wieder einige der Austauschschüler treffen, die ich zu unserem Vorbereitungswochenende in Edinburgh kennengelernt hatte.

Über den Samstag besuchten wir Blarney Castle. Neben den zwei alten Schlössern hat mich hier besonders der dazugehörige Garten beeindruckt. In diesem haben wir uns dann den ganzen Tag aufgehalten und die wunderbare Natur genossen. Abends waren wir dann nochmal alle gemeinsam in Cork City. Dabei fiel vor allem der einsetzende Weihnachtswahn auf. Über den Sonntag waren wir dann auf der Rückreise nach Oughterard, wo wir uns leider den Hausaufgaben widmen mussten.

Damit waren die Ferien auch schon vorbei, es war eine wunderbare Zeit und ich freue mich schon auf die nächsten großen Ferien und die Zeit, die ich dann gemeinsam mit meinen Freunden verbringen kann.

 

„Die Schule sollte es sich immer zum Ziele setzen, den jungen Menschen als harmonische Persönlichkeit und nicht als Spezialisten zu entlassen."
(Albert Einstein)

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