Im Glauben verwurzelt und zum Handeln beflügelt

Der christliche Glaube bildet in unserer sich so rasant verändernden Welt ein festes und beständiges Fundament. Als Christen sind wir im Fundament Jesus Christus verwurzelt (vgl. Kol 2,7) und durch ihn wiederum „zur Freiheit befreit“ (Gal 5,1). Gerade diese Botschaft möchte unsere Schule den jungen Menschen mitgeben, die hier auf ihrem Bildungsweg begleitet werden. Dabei liegt die Herausforderung zuvorderst darin, den meist konfessionsfernen jungen Menschen den Zugang zu Religion und Kirche zu ebnen. Die Begegnung von konfessionell sozialisierten und konfessionslosen Kindern und Jugendlichen verstehen wir dabei als Bereicherung und nicht als Diskrepanz. Die Begegnung mit dem Christentum geschieht an unserer Schule auf vielfältige Weise. 

 

Religionsunterricht für alle 

Tragende Säule für die Vermittlung inhaltlicher Grundlagen des Christentums ist der Religionsunterricht. Mit modernen Medien und aktuellen Anknüpfungspunkten sucht er stets den Dialog zwischen Tradition und Moderne, zwischen Glaube und Naturwissenschaft, zwischen Kirche und Gesellschaft. Der Unterricht ist dabei evangelisch geprägt, öffnet sich aber bewusst anderen Konfessionen (katholisch, muslimisch, jüdisch) und greift Impulse aus dem Ethikunterricht auf. Da an unserer Schule der Religionsunterricht alternativloses Pflichtfach für alle Schüler*innen von der 5. bis zur 12. Klasse ist, eröffnen sich in jeder Klassenstufe Möglichkeiten für fächerübergreifende Kleinprojekte oder bilinguale Sequenzen. Dabei finden sich immer wieder Punkte der Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirchgemeinde in Riesa, damit junge Menschen mit ihrer Region und ihrer Heimat vertraut werden und zunehmend Verantwortung dafür übernehmen. Der Religionsunterricht für alle versteht sich darüber hinaus als Orientierungshilfe in unserem christlich geprägten Europa, will mündig und diskursfähig machen in einer multikonfessionellen Gesellschaft.

 

Religiöse Traditionen und Schulkultur

Religiöse Feiertage sind für uns wichtiger Teil der Schulkultur. So wird das Erntedankfest mit einer Andacht und einem gemeinsamen Schulfrühstück zelebriert. Eine besonders wichtige Zäsur im Schuljahresablauf bildet der Weihnachtsgottesdienst. Auch die Passionsandacht vor den Osterferien bietet für die gesamte Schulgemeinschaft den Ausgangspunkt für eine bewusstere Wahrnehmung der Feiertage. Die Gestaltung liegt abwechselnd in der Verantwortung bestimmter Klassenstufen, und oft unterstützt von der Riesaer Kirchgemeinde. Besonders wichtig ist uns dabei, dass Schüler*innen diese Feiertage aktiv mit ihren eigenen Ideen und Fragen gestalten und nicht ausschließlich konsumieren. 

Neben den Festtagen im Kirchenjahr gibt es schulinterne Gottesdienste zur Einsegnung neuer Schüler*innen, Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen, zum gemeinsamen Abschluss eines jeden Schuljahres sowie zur feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse. 

 

Wochenimpulse

Eine weitere Säule zur Verwurzelung junger Menschen im christlichen Fundament ist der Wochenimpuls. Dabei wurde die Idealvorstellung, dass der Tag an einer christlichen Schule mit einem Morgenkreis o. ä. beginnt, mehrmals an die tatsächlichen Herausforderungen unseres Schulalltages angepasst. Aus dem Ideal einer täglichen Andacht wurde mit wachsender Schule eine wöchentliche Begegnung, mit den Herausforderungen der Pandemie eine monatliche. Das antiquiert wirkende Wort „Andacht“ wich einem modernen „Impuls“, der sich öffnet für die Dinge, die unsere jungen Menschen unmittelbar betreffen und beschäftigen. Der Wochenimpuls versteht sich dabei als eine Zeit am Montagmorgen, in der alle Schüler*innen sich begegnen, sich von einem Thema ergreifen und bewegen lassen, mit dem sie sich im Laufe der nächsten Woche gedanklich weiter beschäftigen. Wichtiger Bestandteil sind der gemeinsame Gesang und das Gebet, zu denen wir die Schüler*innen einladen.

Der Wochenimpuls in unserer Turnhalle ist auch eine Zeit der Kommunikation zwischen Schüler*innen, Schülerrat und Schulleitung bzw. Schulträgerverein. In dieser Plattform können neben organisatorisch wichtigen Dingen v.a. auch Auszeichnungen und Dankesworte übermittelt werden. Hierbei beteiligen sich unsere Schüler*innen wiederum aktiv. Sie suchen selbst das Thema, erarbeiten Ablauf, musikalische Gestaltung und Gebet. Besonderen Wert legen wir dabei auf die Verquickung von gesellschaftlichem Thema und religiöser Verantwortung zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. 

 

Gemeinschaft, weil man gemeinsam mehr schafft

Christliche Schule heißt für uns auch, wir sind eine Wertegemeinschaft, in der Toleranz und gegenseitiger Respekt ebenso wichtig sind wie Verständnis und Barmherzigkeit. Als gesamte Schule stärken wir diesen Gemeinschafssinn u. a. in den zuvor genannten Veranstaltungen, die regelmäßig Gelegenheit zu Begegnung und Austausch schaffen. Daneben ist insbesondere die Gemeinschaft in den Klassen wichtig, schließlich verbringen die Heranwachsenden dort den Großteil ihrer Zeit. Sich in dieser Gruppe von Mitmenschen angenommen, verstanden und aufgehoben zu fühlen, ist für uns der Schlüssel für gelingendes Lernen. Die regelmäßige Stärkung der Klassengemeinschaft durch Team-Zeiten, die durch die Schulsozialarbeit unterstützt wird, hat für uns besondere Relevanz. Wir leben an unserer Schule trotz aller Individualität keine Ellenbogenkultur, sondern eine Kultur des menschlichen Miteinanders, damit junge Menschen gestärkt und verwurzelt ihre Freiheit erkunden können. In einer Schule der Mitmenschlichkeit und Gemeinschaft haben Diskriminierung, Rassismus, Neid und Hass keinen Raum. 

Annika Schmidt

 

Das christliche Profil an unserem Gymnasium...

„Ein ´Christliches Gymnasium´, ob das das richtige ist?" – Auf diese Frage muss wohl jeder selbst die für sich passende Antwort finden, aber wir können vielleicht dabei helfen, indem wir unser christliches Profil vorstellen.

 

Christlich heißt für uns ...

Vertrauen

Man kann von einer Religion halten was man will, aber an einen Gott zu glauben, heißt Vertrauen zu schenken auch gegen die Widerstände der Außenwelt.

So ähnlich ist das auch bei den Kindern, die wir an unserer Schule aufnehmen. Auch wenn die Außenwelt kein Vertrauen in sie und ihre Fähigkeiten legt, so schenken wir doch dieses Vertrauen. Das heißt nicht, dass wir jedem Kind den Weg zum Abitur bahnen, denn den muss es selbst gehen, aber wir begleiten, wir motivieren und helfen gegebenenfalls auch dabei, Alternativrouten zu wagen. Zu diesem vertrauensvollen Verhältnis tragen die regelmäßigen Gespräche zwischen Schüler und Tutor bei, in denen Geschafftes reflektiert und nicht Geschafftes als Ziel formuliert wird. Ebenso vertrauensvoll möchten wir das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern gestalten.


wertvoll

Jeder Mensch ist einzigartig und ein Geschöpf Gottes.

Unter diesem Motto ist es uns wichtig, den Wert eines jeden Menschen zu verdeutlichen – egal ob er unsere Schule besucht oder auf einem anderen Teil der Erde wohnt, egal ob mit oder ohne Behinderung. Daher ist es das erklärte Ziel unseres Pädagogen-Teams Werte zu vermitteln, die diesem Menschenbild genügen. Dies geschieht sowohl im Fachunterricht, als auch in Projekten und im zwischenmenschlichen Umgang innerhalb der Schule.


barmherzig

 

„Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." (Mt 5,7)

In diesem wohl bekanntesten Wort Jesu Christi kommt der Sinn des Wortes Barmherzigkeit am stärksten zum Ausdruck. Barmherzigkeit, dieses antiquierte Wort, verbirgt auf den zweiten Blick die Begriffe „Arm" und „Herz". Das bedeutet, ich öffne mein Herz für andere und nehme in den Arm, wo jemand meinen Trost braucht. Ebendiese Barmherzigkeit im zwischenmenschlichen Miteinander steht im Fokus unserer Erziehungsarbeit, denn nur wer anderen warmherzig und mit offenen Armen begegnet, wird ebenso behandelt. Aus diesem Grund verwehren wir uns als Schule gegen jede Form der Diskriminierung, des Rassismus und der Gewaltverherrlichung.


Glauben leben

 

Glauben kann man nicht lernen, sondern nur erleben.

An unserer Schule heißen wir auch Kinder und Lehrer ohne Konfession willkommen. Dennoch erwarten wir von jedem eine Offenheit gegenüber den vermittelten religiösen Werten und den gelebten Bräuchen. Das Erfahren von Gesang, Gebet und Gottesdienst lädt alle Beteiligten zum Mitmachen und Mitfühlen ein. Möglichkeiten zur Begegnung mit dem christlichen Glauben in seiner Praxis bieten sich an unserer Schule und in der Zusammenarbeit mit den Riesaer Kirchgemeinden vielfältig:

Wochenimpuls

  • Am Montagmorgen beginnt die Schulwoche für die ganze Schule um 8.00 Uhr in der Turnhalle mit einem von Schülern vorbereiteten geistigen Impuls – in Form von Text, Anspiel, Lied usw. Auch wenn es nicht immer biblische Texte sind, die Schüler hier präsentieren, so geht es doch um das Mitfühlen und Nachsinnen, um das Begegnen dieses Themas im Gebet und im gemeinsamen Gesang.

Gottesdienst zum Schuljahresbeginn

  • In jedem Jahr dürfen wir an unserer Schule neue Gesichter begrüßen. Diese Begrüßung feiern wir mit einem Schulgottesdienst am letzten Sonntag in den Sommerferien in der Kirche Jahnishausen, wo die „alten" Fünftklässler die „neuen" mit einem gestalteten Festgottesdienst begrüßen. Im Anschluss daran findet ein gemeinsames Kaffeetrinken zum Kennenlernen statt.

Erntedankfrühstück

  • Zur christlichen Werterziehung gehört auch die Erziehung zum verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung und den Gott gegebenen Gaben. Hierzu dient traditionell das Erntedankfest, das wir mit einem gemeinsamen Frühstück aller Schüler und Lehrer in der Schule feiern. Das Programm dazu wird von der 5. Klasse einstudiert.

Martinstag

  • Der Martinstag beginnt an unserer Schule in einem stillen Gedenken. Jeder Schüler, der morgens in die Schule kommt, kann ein Licht entzünden und ein Gebet sprechen für Menschen, die in Not sind oder unserer Hilfe bedürften. Am Abend sind unsere Schüler eingeladen, am Martinsfest der Riesaer Kirchgemeinden teilzunehmen und mitzuwirken.

PrayDay – Ein Tag voller Gebet

  • Der Buß- und Bettag ist in Sachsen zwar ein Feiertag und dennoch in seiner Intention den Schülern so fern. Dabei geht es doch darum, sich seiner eigenen Situation bewusst zu werden, Rückschau zu halten, um den Blick nach vorn wenden zu können. Zu dieser freiwilligen Reflexion lädt der PrayDay mit einem eigenen „PrayerSpace" am Tag vor dem Buß- und Bettag ein.

Weihnachtsgottesdienst

  • Das Jahresende wird in unserer Schule mit einem festlichen Weihnachtsgottesdienst zelebriert, zu dem wir in die Wirkungsstätte unseres Namensbegers Rudolf Stempel in die Kirche Riesa Gröba ziehen. Unter der Verantwortlichkeit der Klassenstufe 7 wird ein Krippenspiel aufgeführt und in Kooperation mit den Riesaer Pfarrern der Gottesdienst gestaltet, bevor alle Schüler in die Weihnachtsferien starten.

Kreuzweg und Passionsandacht

  • Am letzten Tag vor den Osterferien heißt es an unserer Schule „Wir gehen den Weg gemeinsam.", und zwar den Leidensweg Jesu, den wir in 7 Stationen nachvollziehen. Beendet wird dieser Leidensweg mit einer Andacht und dem Segenswunsch für die Osterfeiertage.
„Die Schule sollte es sich immer zum Ziele setzen, den jungen Menschen als harmonische Persönlichkeit und nicht als Spezialisten zu entlassen."
(Albert Einstein)

Kontakt

Christliches Gymnasium „Rudolf Stempel“
Lange Straße 51
01587 Riesa

Telefon: 03525 5183800
Telefax: 03525 51838014

Sekretariat Frau Landeck E-Mail schreiben
Schulleitung Frau Langer E-Mail schreiben
Geschäftsführung Frau Ulbricht E-Mail schreiben

SCHNUPPER-UNTERRICHT

Interessierte Schüler laden wir jederzeit herzlich zum Schnupperunterricht ein. Zur individuellen Terminabsprache wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat unter:

Telefon: 03525 5183800